#denkmal

“Die Macht ist nicht etwas, was man erwirbt, wegnimmt, teilt, was man begehrt oder verliert; die Macht ist etwas was sich von unzähligen Punkten aus und im Spiel ungleicher und beweglicher Beziehungen vollzieht.”

Michel Foucault

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#denkmal

“As you think, so shall you become.”

Bruce Lee

#denkmal

“Es scheint, dass für den Durchschnittsmenschen nichts schwerer zu ertragen ist, als das Gefühl keiner größeren Gruppe zuzugehören.”

Erich Fromm

Beyond Religion pt. 1

Alternativ wollte ich auch den Titel “Fragen die ich gerne mal von Menschen gerne gestellt bekommen würde bezüglich meines Faches und was ich da eigentlich studiere”. Die Länge dieses Titels hätte auch gut zu den Titel unserer Seminare gepasst, aber ich habe mich entschieden der Einfachheit halber den Titel so kurz wie möglich zu halten.

Heute Mal also etwas zu meinem eigenen Fach und einer in normalen Gesprächen unbeachteten Frage. Die Frage was Religion eigentlich ist. Normalerweise geben wir in einer Konversation selten eine genauere Definition dessen, was Religion eigentlich ist. Und in öffentlicher Kommunikation brauchen wir dies meist auch nicht tun, da wir davon ausgehen, der, die, das Gegenüber versteht schon was gemeint ist.

Wo ist also das Problem?

Der Begriff der Religion ist in der 100 Jährigen Geschichte der Religionswissenschaft und den Jahrtausenden in der Philosophie umkämpft. Dabei gibt es mittlerweile soviele Definitionen was Religion ist, wie es Menschen gibt und gab. Sei es von Wissenschaftlern, Laien oder religiösen, ökonomischen, politischen, ideologischen, sozialen Experten / Eliten, etc.

Dabei wird so viel an Bedeutung überproduziert, dass der Begriff seine Bedeutung an sich verliert. Trotzdem können wir uns klar unterhalten über den Begriff und intersubjektiv können wir uns im Alltag darüber verständigen. Das Problem einer Gegenstandsbestimmung wird dann interessant, wenn Wissenschaftler ihre Ergebnisse präsentieren wollen und müssen. Denn basierend auf den Vorannahmen die wir vor unserer Analyse unausgesprochen, unartikuliert mit in die Analyse einfließen lassen, kommen wir auf sehr unterschiedliche Ergebnisse.

Woran liegt das?

Aus der sozialen Anthropologie / Ethnologie wissen wir, dass in einer teilnehmenden Feldforschung unterschiedliche Ergebnisse entstehen können. Also zwei Wissenschaftler  können im selben kulturellen Raum auf sich wiedersprechende Ergebnisse kommen und trotzdem beide mit ihrer Analyse richtig liegen. Je nach eigenem Standpunkt – Geburt, Bildung, Familienstruktur, Gesellschaft – werden die Ergebnisse eines Wissenschaftlers immer weitgehend beeinflusst und dadurch verändert. Wahre Objektivität gibt es nicht.

Gibt es objektives Wissen?

Jain. Das Problem das die aktuelle Philosophie mit dem Begriff von Wissen hat ist dass es zwangsläufig auf eine Reduktin von Komplexität beruht. Ein System (nach Luhmann) wie Politk, Religion, Wissenschaft oder Ökonomie beruht darauf, dass die kilometerlangen Regalreihen mit horenden Bücherbestanden und viel, viel Staub in wenigen Sätzen erklärt werden können. Und da ist das Internet nicht dabei, von etwaigen digitalen Beständen ebenfalls abgesehen. Wissenschaft steht dabei im Zugzwang Begriffe zu definieren und damit für die Allgemeinheit begreif- und denkbar zu machen.

Was ist die Aufgabe von Wissenschaft?

Wissenschaft reduziert die Komplexität der Realität und bindet diese an verständliche Begriffe. Aufgabe der (Kultur)Wissenschaft ist nicht das Finden von Daten sondern das Aussortieren der Unmenge von Informationen, Zeichen und sonstig’ Signifikantem. Und es gibt mehr Zeichen wie Sand rund um die schmale Pfütze des letzten Tropfen’s Wasser in allen Wüsten. Aufgabe von Wissenschaft ist das Aussieben und Valuieren – also das Wertvoll-Machen – von Informationen.

Wie sieben Wissenschaftler aus?

Einfach gesagt durch die Wahl der Theorie / Theorien. Komplexer gesagt greifen Wissenschaftler aller Geschlechter auf subjektiv gewählte Genealogien von Wissenskonstruktionen zu, um in den standortbezogenen Archiven der Kulturen Informationen zusammen zutragen und in kontingente Geschichte und Geschichten zu übertragen. Heisst: die Wahl des Theoriegebäudes ist ausschlaggebend für die Ergebnisse die Forschende erhalten und generieren.

Realität ist also geprägt von Komplexität. Geschichtswissenschaft fasst Komplexität mit Hilfe der Theorien in mehr oder weniger verständliche Sätze und speichert diese in Archiven des Wissens (kilometerlang).

Was macht Religionswissenschaft aus?

In Heidelberg setzt das Fach auf multimethodischen Zugang zu multimedialen Zeichen. Die Untersuchung von Artefakten, Schriften und Zeitzeugen vorbabylonischer religiöser Experten,  Analyse frühbuddhistischer Tempelarchitektur oder museale Aufbearbeitung der römisch-katholischen Päpste stehen hier auf gleicher Stufe mit der Untersuchung von Identitätskonstruktion in Computerspielen mit religiösen Settings und Narrativen, der Filmtheoretischen Analyse des Über- oder Außer – menschlichen in Stanley Cubrik’s 2001 A Space Odyssey oder der religionsanalogen Vermarktungung unterschiedlichster Brands Namens Disney, Apple oder Starbucks. Dabei setzt das Fach auf sorgfältige Historisierung der Zeichen sowie auf die kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Theoriefamilien.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

#denkmal

“Die Begegnung der Kolonisierten mit dem Kolonialherren war kein ‘Dialog’ zwischen gleichberechtigten Individuen, sondern ein Aushandlungsprozess innerhalb eines Machtdislurses, in dem die Positionen der Sprechenden äußerst ungleich verteilt waren.”

Michael Bergunder

#denkmal

“Orientalism is a style of thought based upon ontological and epistemological distinction made between ‘the Orient’ and (most of the time), ‘the Occident’.”

Edward Said

#denkmal

“Die Alterität ist eine grundlegende Kategorie des menschlichen Denkens.”

Simone De Beauvoir

Beyond Discourse

Das Thema, das mich in meinem Leben am längsten und weitesten interessiert ist die Frage wie Menschen miteinander kommunizieren. Im Grunde eine sehr interessante Perspektive, gesteht man sich ein, das der Mensch und all seine kulturellen Erschaffungen auf der Basis der zwischenmenschlichen Kommunikation und Organisation miteinander fußt. Kathedralen, Stadtplanung, dein Lieblingsgedicht und -essen, das neueste Computergame, das Internet, der nächste Blockbuster Film etc. sind möglich dank einer Vielzahl von Mechanismen und Aushandlungen die Menschen auf Basis der Sprache miteinander teilen können.

41lihz3kwal-_sx349_bo1204203200_Blickt Mann oder Frau heutzutage in neue Literatur der Humanwissenschaften, gibt es ein Wort, das einem immer wieder über den Weg läuft. Als ich begonnen habe zu studieren, hab ich überhaupt nicht verstanden, was all der Terz um Begriffe eigentlich soll. Heute schreibe ich an meiner Bachelorarbeit, dessen Thema ich letzte Woche eingereicht habe, genau über dieses Thema. Deswegen habe ich abseits vom unendlichen Sterben in Dark Souls, am Wochenende ein Buch durchgelesen und möchte mit euch teilen, was ich daraus gelernt habe.

Das Wort über das ich heute schreiben möchte ist der DiskursContinue reading

Bond, James Bond, and manlyhood

Geschüttelt, nicht gerührt, mit heissen Autos und schnellen Frauen starten wir dieses neue Jahr mit einem Essay zu einer meiner beliebtesten fiktiven Figuren der Filmwelt.

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Sean Connory spielt den ersten Bond in 1962 “Dr. No”

In mehreren Phasen der Erkältung und der Prokrastination, also dem Vermeiden von Aufgaben die zu erledigen wären, habe ich mir mehrmals jeden einzelnen Film der Reihe nach angesehen. Die meisten der Filme habe ich mehr als 10mal gesehen und jedesmal für den dargestellten Helden mitgefiebert. Darum schreibe ich heute über die Person 007 und was das mit der Bildung von Geschlechtern zu tun hat. In Anlehnung an die Beyond (Gender) Serie von letzter Woche – hier mehr dauz – möchte ich heute die Person Bond aus einer Perspektive betrachten die uns erlaubt Person als Habitusalternative im öffentlichen Raum wahrzunehmen. Also einer Alternative von gelernten und integrierten Verhaltensweisen, Gewohnheiten, ökonomischer Freiheiten und Symbolräumen. Auf der einen Seite fließen kulturelle Einflüsse unserer globalen Gesellschaft in die Figur, wie auch anders herum Einflüsse des Spions in die Gesellschaft diffundiert. Continue reading