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Beyond Religion pt. 1

Alternativ wollte ich auch den Titel “Fragen die ich gerne mal von Menschen gerne gestellt bekommen würde bezüglich meines Faches und was ich da eigentlich studiere”. Die Länge dieses Titels hätte auch gut zu den Titel unserer Seminare gepasst, aber ich habe mich entschieden der Einfachheit halber den Titel so kurz wie möglich zu halten.

Heute Mal also etwas zu meinem eigenen Fach und einer in normalen Gesprächen unbeachteten Frage. Die Frage was Religion eigentlich ist. Normalerweise geben wir in einer Konversation selten eine genauere Definition dessen, was Religion eigentlich ist. Und in öffentlicher Kommunikation brauchen wir dies meist auch nicht tun, da wir davon ausgehen, der, die, das Gegenüber versteht schon was gemeint ist.

Wo ist also das Problem?

Der Begriff der Religion ist in der 100 Jährigen Geschichte der Religionswissenschaft und den Jahrtausenden in der Philosophie umkämpft. Dabei gibt es mittlerweile soviele Definitionen was Religion ist, wie es Menschen gibt und gab. Sei es von Wissenschaftlern, Laien oder religiösen, ökonomischen, politischen, ideologischen, sozialen Experten / Eliten, etc.

Dabei wird so viel an Bedeutung überproduziert, dass der Begriff seine Bedeutung an sich verliert. Trotzdem können wir uns klar unterhalten über den Begriff und intersubjektiv können wir uns im Alltag darüber verständigen. Das Problem einer Gegenstandsbestimmung wird dann interessant, wenn Wissenschaftler ihre Ergebnisse präsentieren wollen und müssen. Denn basierend auf den Vorannahmen die wir vor unserer Analyse unausgesprochen, unartikuliert mit in die Analyse einfließen lassen, kommen wir auf sehr unterschiedliche Ergebnisse.

Woran liegt das?

Aus der sozialen Anthropologie / Ethnologie wissen wir, dass in einer teilnehmenden Feldforschung unterschiedliche Ergebnisse entstehen können. Also zwei Wissenschaftler  können im selben kulturellen Raum auf sich wiedersprechende Ergebnisse kommen und trotzdem beide mit ihrer Analyse richtig liegen. Je nach eigenem Standpunkt – Geburt, Bildung, Familienstruktur, Gesellschaft – werden die Ergebnisse eines Wissenschaftlers immer weitgehend beeinflusst und dadurch verändert. Wahre Objektivität gibt es nicht.

Gibt es objektives Wissen?

Jain. Das Problem das die aktuelle Philosophie mit dem Begriff von Wissen hat ist dass es zwangsläufig auf eine Reduktin von Komplexität beruht. Ein System (nach Luhmann) wie Politk, Religion, Wissenschaft oder Ökonomie beruht darauf, dass die kilometerlangen Regalreihen mit horenden Bücherbestanden und viel, viel Staub in wenigen Sätzen erklärt werden können. Und da ist das Internet nicht dabei, von etwaigen digitalen Beständen ebenfalls abgesehen. Wissenschaft steht dabei im Zugzwang Begriffe zu definieren und damit für die Allgemeinheit begreif- und denkbar zu machen.

Was ist die Aufgabe von Wissenschaft?

Wissenschaft reduziert die Komplexität der Realität und bindet diese an verständliche Begriffe. Aufgabe der (Kultur)Wissenschaft ist nicht das Finden von Daten sondern das Aussortieren der Unmenge von Informationen, Zeichen und sonstig’ Signifikantem. Und es gibt mehr Zeichen wie Sand rund um die schmale Pfütze des letzten Tropfen’s Wasser in allen Wüsten. Aufgabe von Wissenschaft ist das Aussieben und Valuieren – also das Wertvoll-Machen – von Informationen.

Wie sieben Wissenschaftler aus?

Einfach gesagt durch die Wahl der Theorie / Theorien. Komplexer gesagt greifen Wissenschaftler aller Geschlechter auf subjektiv gewählte Genealogien von Wissenskonstruktionen zu, um in den standortbezogenen Archiven der Kulturen Informationen zusammen zutragen und in kontingente Geschichte und Geschichten zu übertragen. Heisst: die Wahl des Theoriegebäudes ist ausschlaggebend für die Ergebnisse die Forschende erhalten und generieren.

Realität ist also geprägt von Komplexität. Geschichtswissenschaft fasst Komplexität mit Hilfe der Theorien in mehr oder weniger verständliche Sätze und speichert diese in Archiven des Wissens (kilometerlang).

Was macht Religionswissenschaft aus?

In Heidelberg setzt das Fach auf multimethodischen Zugang zu multimedialen Zeichen. Die Untersuchung von Artefakten, Schriften und Zeitzeugen vorbabylonischer religiöser Experten,  Analyse frühbuddhistischer Tempelarchitektur oder museale Aufbearbeitung der römisch-katholischen Päpste stehen hier auf gleicher Stufe mit der Untersuchung von Identitätskonstruktion in Computerspielen mit religiösen Settings und Narrativen, der Filmtheoretischen Analyse des Über- oder Außer – menschlichen in Stanley Cubrik’s 2001 A Space Odyssey oder der religionsanalogen Vermarktungung unterschiedlichster Brands Namens Disney, Apple oder Starbucks. Dabei setzt das Fach auf sorgfältige Historisierung der Zeichen sowie auf die kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Theoriefamilien.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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#Art 6 Dialoger-Jetlag, Papierkrieg und der Blog geht in die 3te Phase

Hallo liebe Leser und Leserinnen,

ich bin aus meinem kleinen Frühlingsurlaub zurück gekehrt und bereit für neue Taten. Urlaub ist dabei eindeutig der falsche Begriff, da ich während der Zeit eigentlich arbeite und zwar härter und lnger als sonst im Jahr. Infostandkampagnen sehen für den normalen Passanten nie nach Arbeit aus, soll es aber auch nicht. Das Dialogen, so nennen wir es, hängt stark davon ab, wie entspannt und fröhlich die Atmosphäre an so einem Stand in der Innenstadt ist. Dafür braucht es auch viel Arbeit im Hintergrund wofür ich als Teamleiter zuständig bin. Anstrengend und spaßig zugleich.

Da ich jetzt erstmal vier Wochen aus dem normalen Leben ausgeschieden war berstet mein Briefkasten gerade vor lauter Briefen, die ich gerade erst wieder neu sortieren und beantworten darf. Auch die Arbeit an der Uni verlangt nach meinem Typ und will ihren gewohnten bürokratischen Gang nehmen, weswegen ich gerade ein klein wenig im Papierkrieg stecke. Und aufgrund meiner Abwesenheit innerhalb der letzten 5 Wochen habe ich natürlich auch gleich mal wieder ein paar Dinger auf den Kopf bekommen. Konnte aber zum Glück wieder alles in Lot bringen. Bin sehr froh über das Verständniss meiner Arbeitskollegen.

Habt ihr, meine lieben Leser, die #denkmal Aktion mitbekommen? Ich habe jeden Montag ein kleines Zitat für uns vorbereitet, da auch ich mich nicht mehr an alle erinnere. Verschafft mir den Vorteil ebenfalls einmal die Woche ein kluges Zitat präsentiert zu bekommen. Ich hoffe euch gefällt die kleine Auflockerung und Motivation am Anfang der Woche? Eure Meinung ist dabei wichtig um zu schauen, ob ich es weiterhin dabei belasse.

Und noch ein paar Neuerungen bahnen sich gerade an. Der Blog geht in die “3te Phase”. Die erste Phase war rein experimentell um die ersten Worte überhaupt zu formulieren. Die 2te Phase hat einiges an Layout Änderungen mit sich gebracht und mir geholfen eine kleine Routine beim Schreiben zu erhalten. In der dritten Phase, die ich ab jetzt einleite, kombiniere ich diese Erfahrungen aus den davorgehenden mit einem neuen Design, neuen Kategorien und auch neuen Themenbereichen über die ich schreiben möchte. Zudem arbeite ich gerade daran mehrere Schreiber zum Telegraph zu führen um mehr Inhalte und Themenbereiche ab decken zu können. Den ersten Gastbeitrag gibt es auch schon in 2 Wochen, da ich da selbst nochmal auf einem Lehrgang für Fundraiser in Frankfurt sein werde.

Damit wünsche ich euch auch schon eine schöne Woche und freue mich wieder zurück an meinem mittlerweile angestammten Platz vorzufinden. Diese Woche werde ich wahrscheinlich keinen Artikel mehr hochladen, da ich gerade noch an dem neuen Design weiter tüftle, das ihr ja bereits gesehen habt. Nächste Woche steige ich dann entweder mit einem Artikel über Dark Souls oder New Marketing ein. Was ist euch dabei lieber? Vorschläge bitte in den Kommentaren geben.

Bis dann

Euer Microhead